Das Gesetz regelt Fälle, in denen es zwingend vorgeschrieben ist, dass der Beschuldigte durch einen Rechtsanwalt vertreten wird. Dies sind Fälle der sogenannten notwendigen Verteidigung (§ 140 StPO, § 68 JGG).

Typischerweise wird dem Angeklagten mit Übersendung der Anklageschrift mitgeteilt, dass es sich um einen Fall der notwendigen Verteidigung handelt und er innerhalb einer bestimmten Frist, einen Verteidiger seiner Wahl benennen soll. Tut er dies nicht, so wird ihm durch das Gericht ein Pflichtverteidiger bestellt. Benennt der Angeklagte einen Wahlverteidiger, so kann dieser beantragen, dass er dem Angeklagten als Pflichtverteidiger beigeordnet wird. 

Der Pflichtverteidiger wird von der Staatskasse bezahlt und erhält geringere Gebühren als der Wahlverteidiger. Im Falle einer Verurteilung werden dem Angeklagten in der Regel die Verfahrenskosten auferlegt. Dann fordert die Staatskasse auch die durch sie verauslagten Pflicht- verteidigergebühren von dem Verurteilten zurück.

Die Bestellung eines Pflichtverteidigers hängt also - im Gegensatz zur Bewilligung von Beratungs- oder Prozesskostenhilfe - nicht von der Bedürftigkeit des Mandanten ab. Entgegen landläufiger Meinungen ist der Pflichtverteidiger deshalb nicht für diejenigen, die sich keinen eigenen Anwalt leisten können. Deshalb gibt es auch keinen Anspruch auf einen Pflichtverteidiger, weil man sich keinen eigenen Anwalt leisten kann, wenn kein Fall der notwendigen Verteidigung vorliegt.

Ein Pflichtverteidiger ist auch kein Anwalt zweiter Klasse. Er bemüht sich ebenso darum, das Beste für seinen Mandanten zu erreichen, wie jeder andere Strafverteidiger. Der einzige Unterschied ist, dass er geringere Gebühren erhält und von der Staatskasse bezahlt wird.

Ernst-Ehret-Str. 7
77948 Friesenheim

Telefon: 07821/98260-91
Telefax: 07821/98260-92

Kontakt@Kanzlei-Broeker.de

FaceBook